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Der 3. August des Jahres 1776 war ein ganz gewöhnlicher Sommertag, auch für den jungen Dachdecker Franz Hesse. Zusammen mit seinem Meister und dem Altgesellen arbeitete er
auf dem Kupferdach der Peterskirche. Am Morgen hatten sie begonnen, die Rathausuhr in der Nähe hatte schon oftmals zur vollen Stunde geschlagen. Jetzt war es am frühen Nachmittag, und
die Sonne brannte auf die Dachdecker herab. Dicke Lappen waren um die Hände gewickelt, denn die Kupferbleche, die er nach oben weiterreicht wurden, waren scharfkantig und glühendheiß von der Sonne. Weit hin hörte man die
Hammerschläge, und das würde noch so lange gehen, bis die Sonne im Westen untergegangen war. Franz stöhnte unter der Last, der Schweiß lief ihm über den
Rücken und durchnäßte das einfache Tuch seines Hemdes. Er richtete sich für einen Augenblick auf und ließ seinen Blick über das Neißetal gleiten. Es war nicht so schön
wie an den Tagen zuvor, die Gebirge im Süden und Südosten war nur zu schlecht zu erkennen. Die Neiße führte nur wenig Wasser, sie schlängelte sich ruhig zwischen
den Häusern am Ufer entlang und wandte sich weiter unten Richtung Osten. Franz Hesse legte das Beil, mit dem er gerade gearbeitet hatte, für einen Moment
zur Seite und atmete tief durch. Schöne Aussicht von hier oben, trotz der großen Wärme. Unter ihm waren die Häuser so klein wie Puppenstuben, doch eines der Häuser zog
ihn immer wieder in seinen Bann. Es war das Haus seiner Freundin Hildegard. Sie war für ihn das schönste Mädchen, das er je getroffen hatte. Leider gab es da noch
einen Metzgergesellen, welcher in seiner Abwesenheit immer um seine Hildegard herumscharrwänzelte. Als sein Blick wieder auf das kleine Haus seines Interesses fiel, traf ihn fast der
Schlag: Vor dem Fenster von seiner Geliebten stand schon wieder Hans, sein Nebenbuhler aus der Metzgerei. Langsam kroch die Wut in ihm nach oben und er wäre am liebsten nach unten gestiegen, um Hans zur Rede zu stellen.
In seiner Rage, hatte er nicht bemerkt, das er sich schon zu weit an den Sims gewagt hatte, was ihm schließlich und endlich zum Verhängnis werden sollte.
Ein Stück des Sims löste sich. Es geschah in Bruchteilen von Sekunden. Noch bevor Franz über die Simskante rutschte, konnte er sich seine Zimmermannsaxt greifen
und diese in einen Balken schlagen. Ein fester Ruck ging durch seinen Körper und er hing in Schwindel erregender Höhe über dem Sims. Den Leuten unterhalb der Kirche
war sein Sturz nicht entgangen und so rannten sie mit allem dessen was sie habbar werden konnten, Decken, Strohsäcken und der Gleichen zur Unglückstelle um seinen eventuellen Aufprall zu mindern.
Auch Hildegard war inzwischen, voller Entsetzen, zum Ort des Geschehens geeilt. So sehr sich Franz auch bemühte, seine vom Schweiß feuchten Hände, konnten die
Last seines Körpers nicht mehr halten. So rutschte er für Jedermann sichtbar, Stück für Stück, bis er dem Boden entgültig entgegen raste. Im fallen noch sah er in Hildegards geliebtes Gesicht dann wurde es Dunkel.......
Noch heut ist im Katzenkopfpflaster des Vorhofes die vermeintliche Aufschlagstelle in Form eines Kreuzes zu sehen.
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